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Sachkundenachweis für Immobilienmakler und Verwalter 2016 / 2017

(Quelle „immoverkauf24“)

Der Sachkundenachweis für Immobilienmakler wird der jetzigen Situation, in der sich grundsätzlich jeder auch ohne Ausbildung als Immobilienmakler bezeichnen darf, einen Riegel vorschieben. Beschlossen wurde er am 31.08.2016. Eigentlich sollte der entsprechende Gesetzesentwurf zum ersten Januar 2016 umgesetzt werden, da die Einzelheiten der Nachweispflicht lange diskutiert wurden, rechnet man jetzt mit einem Inkrafttreten des Gesetzes Ende 2016 oder zu Beginn 2017.

Hier werden die wichtigsten Fragen zu der anstehenden Änderung im Gesetz erklärt und was genau unter dem Sachkundenachweis zu verstehen ist:

1. Was ist der Sachkundenachweis für Immobilienmakler und Verwalter?

Der Sachkundenachweis für Immobilienmakler und Verwalter ist ein Gesetzesentwurf "zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum", welchem das Bundeskabinett am 31.08.2016 zugestimmt hat. Am 14.10.2016 wird dieser Gesetzesentwurf dem Bundesrat vorgelegt. Der Bundesrat hat noch Möglichkeit zur Änderung, hiermit ist jedoch nicht zu rechnen. Aktuell geht man davon aus, dass der Bundestag der bestehenden Version zustimmt und das Gesetz Ende 2016 oder Anfang 2017 verabschiedet wird.

2. Wie soll der Sachkundenachweis erlangt werden?

Für den Sachkundenachweis werden Makler und Verwalter von den Industrie- und Handelskammern der einzelnen Bundesländer geprüft. Entsprechende Lehrgänge können beispielsweise bei der Europäischen Immobilien Akademie in Saarbrücken oder bei der Deutschen Immobilien Akademie in Freiburg absolviert werden. Deutschlandweit wird es Möglichkeiten zur Teilnahme an der Ausbildung geben. Ausnahmeregelung: Zwar muss jeder selbstständige Immobilienmakler oder – Verwalter den Sachkundenachweis erbringen, doch es wird eine Liste von bereits anerkannten Ausbildungen und Abschlüssen veröffentlicht. “Alte Hasen” werden von jener Prüfung aufgrund ihrer langjährigen Berufslaufbahn ausgeschlossen. Sie müssen keine Prüfung ablegen, sondern ihre Kompetenz gegenüber einer Aufsichtsbehörde durch geeignete Unterlagen belegen. Um von der Ausnahmeregelung Gebrauch machen zu können, muss eine mindestens sechsjährige Tätigkeit als Makler oder Verwalter nachgewiesen werden.

3. Welche Fristen gelten für den Sachkundenachweis?

Ist das Gesetz in Kraft getreten, so haben Immobilienmakler, die bereits eine Erlaubnis nach § 34 c der Gewerbeordnung besitzen, 12 Monate Zeit, um den Sachkundenachweis bei der Behörde vorzulegen. Wer diese Erlaubnis nicht vorweisen kann, darf seinen Beruf nicht mehr ausüben. Eine Ausnahmeregelung gibt es für „Alte Hasen“.

4. Was müssen Makler nach Inkrafttreten des Gesetzes vorweisen?

Makler müssen nach Inkrafttreten des neuen Zulassungsgesetzes entweder den bei der IHK erlangten Sachkundenachweis vorweisen oder sich als Alternative als "Alter Hase" mit mindestens sechs Jahren Berufserfahrung von der Sachkundenachweispflicht befreien lassen. Innerhalb der Frist von zwölf Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes muss eines der genannten Kriterien erfüllt werden. Makler, die sich nicht fristgerecht vom Sachkundenachweis befreien lassen, müssen diesen dann erbringen.

Die Inhalte der IHK-Prüfung werden noch definiert. Besonders für Berufsanfänger ist davon auszugehen, dass eine ausführliche Vorbereitung erfolgen muss, um zu bestehen. Vergleichbare Sachkundenachweise, wie der für Vermittler von Immobiliendarlehen, müssen mit Prüfungen sowohl in mündlicher als auch schriftlicher Form erbracht werden.

5. Welche Bedeutung hat der Sachkundenachweis für den Immobilienverkauf?

Wer eine Immobilie verkauft, sollte sich gründlich mit der Wahl des richtigen Maklers beschäftigen. Je qualifizierter der Immobilienmakler ist, desto erfolgreicher wird der Immobilienverkauf verlaufen. Der Sachkundenachweis bietet Verkäufern einen Anhaltspunkt, doch kann dieser trotzdem nicht eindeutig belegen, dass der Immobilienmakler hervorragende Arbeit leistet. Bei der Beurteilung eines Maklers spielen viele weitere Faktoren eine Rolle: Kaufmännisches Geschick des Maklers, Maklerempfehlungen durch Kunden, Maklerbewertungen, Servicequalität und stetige Fortbildung machen einen guten Immobilienmakler aus.

Besonders schwierig: Durch die vielen Ausnahmen von der Prüfungspflicht wird die Wahl des richtigen Maklers nicht leichter. Auch ein Makler, der bereits über sechs Jahre tätig ist, kann unqualifiziert sein. Hier nützt die neue gesetzliche Regelung einigen Immobilienmaklern, die sich nun auf ihrer Berufserfahrung ausruhen.

6. Wie wirkt sich die neue Berufszulassungsregelung auf Immobilienverwalter aus?

Das Zulassungsvergabeverfahren ist für Wohnungs- bzw. Immobilienverwalter gleich dem für Immobilienmakler. Da Verwalter jedoch bislang nicht einmal die Gewerbeerlaubnis nach § 34 c der Gewerbeordnung vorweisen mussten, ist dies ein zusätzliches Erfordernis zum Sachkundenachweis.

Außerdem haben Wohnungsverwalter die Auflage, eine Berufshaftpflicht- und/oder Vermögensschadenhaftpflichtversicherung nachzuweisen, dies müssen Immobilienmakler nicht.

7. Welche Kosten entstehen durch den Sachkundenachweis?

Da Immobilienmakler ohnehin die Gewerbeerlaubnis haben, ist diese Gebühr bereits entrichtet. Verwalter müssen die Gewerbeerlaubnis erst durch das neue Gesetz vorlegen, darum entstehen ihnen hierfür einmalige Kosten. Die Gebühr setzt sich je nach Bundesland und Grundgebühr zzgl. Erlaubnistatbestand zusammen.

Beide Berufsgruppen müssen mit Kosten von gleicher Höhe bei der Prüfungsgebühr der IHKen und Kosten für die Prüfungsvorbereitung rechnen. Insgesamt sollten 700 € - 1500 € eingeplant werden.

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